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 Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde!

In eigener Sache:

Nachruf auf Friedrich ‚Fritz‘ Waaser *1.2.1942 gestorben am 16.1.2019

Vergangene Woche starb Friedrich ‚Fritz‘ Waaser mit knapp 77 Jahren nach kurzer Krankheit. Zu seinem großen Freundeskreis gehörten auch die MitarbeiterInnen der Initiative Stolpersteine Göppingen. Fritz Waaser hatte einige Stolperstein - Biografien recherchiert und vorgestellt. Wesentlich war sein Beitrag zum Buch ‚Hier lebte … Stolpersteine in Göppingen‘, das Anfang 2018 erschienen ist. Als vielseitig kulturell interessierter Mensch hatte sich Fritz Waaser schon früh auch im Göppinger KiNO OPEN END eingebracht. Literatur ohne Grenzen, klassische europäische Musik und die bildende Kunst aller Epochen, in Fritz Waaser fand man einen begeisterten, kompetenten Gesprächspartner. Seine Wohnung diente ihm als kleine private Galerie für Grafiken, die er über Jahre hinweg gesammelt hatte. Dem gebürtigen Stuttgarter war die Planung von Stuttgart 21 ein Graus und er vertrat seine politische Meinung, nicht nur bei diesem Thema. Über viele Jahre arbeitete Fritz Waaser als Dipl. Psych. im Klinikum Christophsbad. Nach seiner Pensionierung blieben ihm viele ehemaliger Kolleginnen und Kollegen als Freunde erhalten, für die er unter anderem Kulturreisen organisierte. Wer ihn kannte, vermisst den feinsinnigen und liebenswerten Menschen. Dankbar blicken wir auf die vergangenen Jahre der Gemeinschaft mit ihm zurück.


Unser nächstes großes Projekt hat zum Ziel, dem Leben der Bewohnerinnen und Bewohner des Weißensteiner Zwangsaltenheims nachzuspüren. Zur Erinnerung: Im Schloss Weißenstein wurde von Oktober 1941 bis Ende August 1942 über 60 alte jüdische Menschen einquartiert, die aus ihren Wohnungen vertrieben worden waren. Vom Schloss aus wurden sie in Konzentrationslager gebracht und mit wenigen Ausnahmen von den Nazis ermordet. Zu dem Erstellen der Biografien ist geplant, eine 'Stolperschwelle' in der Nähe des Schlosses setzen zu lassen.
Da eine 'Stolperschwelle' das Vielfache eines Stolpersteins kostet, bitten wir Sie / euch auch weiterhin um Spenden.


Die „Initiative Stolpersteine Göppingen e.V.“ ist eine Gruppe von lokalgeschichtlich Interessierten. Wir recherchieren die Lebensschicksale von Göppinger Bürgerinnen und Bürgern, die von den Nazis ermordet wurden. Dabei handelt es sich um rassistisch Verfolgte, um ermordete politische Gegner, sowie um Euthanasie-Opfer. Nach Abschluss der Recherche bitten wir den Kölner Künstler Gunter Demnig, zum Gedächnis an die Ermordeten Stolpersteine herzustellen und am ehemaligen Wohnort zu verlegen. Die Initiative kümmert sich auch um die Finanzierung der Stolpersteine. Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand werden in Göppingen keine weiteren Stolpersteine verlegt werden. Wir danken allen Privatpersonen, Kommunalverwaltungen und Firmen, die das Projekt Stolpersteine und unsere Initiative unterstützt haben und unterstützen. Ein besonderer Dank gilt unseren Zeitzeugen mit ihren Erinnerungen und Erinnerungsstücken.
Die Aufgabe der Initiative Stolpersteine ist damit noch nicht abgeschlossen, da die biografischen Texte weiterhin ergänzt und aktualisiert werden. Darüber hinaus stehen wir in Verbindung mit Nachkommen geflüchteter Familie, die keine Ermordeten zu beklagen haben. Deren Familienerinnerungen und Schicksale sollen künftig hier auch veröffentlicht werden.

Unser Buch mit den Stolperstein - Biografien

Das zweisprachig verfasste Buch in deutsch und englisch kann über den Buchhandel bezogen werden oder direkt beim Göppinger Stadtarchiv. Es kostet 15,-€.

Die Erstellung des Buches war das wichtigste Vorhaben unserer Initative im vergangenen Jahr. Wir danken allen, die uns unterstützt haben, sei es durch Spenden oder durch tätige Hilfe; Sie alle haben dazu beigetragen, dass das Buch fertig gestellt werden konnte.