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Rundbrief

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freundinnen und Freunde,

im zurückliegenden Jahr beeinträchtigte die fast weltweite Pandemie auch die Arbeit der Initiative Stolpersteine Göppingen. So konnten die Verlegezeremonie für das Ehepaar Löwenthal in Wäschenbeuren und für das Ehepaar Zeimann in Süßen nur in einem kleinen Rahmen geladener Gäste stattfinden. Dank Margit Haas, die für die Lokalzeitung NWZ berichtete, war eine öffentliche Wahrnehmung aber gewährleistet. Hinzu kam eine ausführliche, gut gestaltete Broschüre, die von Mitgliedern der Familie Löwenthal herausgegeben worden ist.

Zu diesen, schon im Vorjahr geplanten Stolpersteinen kam ein weiterer hinzu, der im Dezember für Kurt Kuhnle in Göppingen verlegt wurde. Die Verlegung fand genau 80 Jahre nach der Ermordung des psychisch Kranken statt. Herr Kuhnle starb im Gas der NS-Vernichtungsanstalt Grafeneck.

Ein unerwarteter Fund führte andererseits dazu, dass wir in Göppingen einen Stolperstein entfernen ließen, nämlich den für Emil Katz. Der befreundete Historiker Peter Conrad entdeckte im Archiv von Rodalben, woher Emil Katz stammte, eine Sterbeurkunde, der zufolge Herr Katz schon im Jahr 1924 verstorben ist. 

Die Vorbereitungen der Göppinger Stolperstein-Verlegungen hat in allen  zurückliegenden Jahren Wolfram Hosch als Leiter des Göppinger Kulturreferats aktiv begleitet und finanziell unterstützt. Herr Hosch ist inzwischen in den Ruhestand getreten, und die Initiative Stolperstein blickt mit Dankbarkeit zurück. In gleichem Maße gilt das für die Zusammenarbeit mit Dr. Karl-Heinz Rueß, dem langjährigen Leiter des Fachbereichs Archiv und Museen in Göppingen. Er war immer der kompetente und hilfreiche Ansprechpartner, wenn es um Recherchen in Göppingen ging. Auch Dr. Rueß wünschen wir einen angenehmen Ruhestand. Gleichzeitig bedeutet der Ruhestand der beiden keinen Abschied, denn als ‚Privatpersonen‘ gehören sie nach wie vor zu unserer Gruppe. Neu bei uns ist Susanne Ganthaler, die sich angeboten hat, die Stolpersteine im Landkreis Göppingen regelmäßig zu pflegen, was sie auch sogleich umgesetzt hat. Vielen Dank!

Abgesehen von der Recherche zum Schicksal von Kurt Kuhnle wurden 2020 weitere Schicksale erforscht und beschrieben: Peter Conrad befasste sich mit den Süßener Familien Baer und Metzger, Klaus Maier-Rubner mit dem Leben von Falk Sahm, dessen Stolperstein ebenfalls seit einigen Jahren in Süßen liegt. Zusammen mit den Biografien zu den Ehepaaren Löwenthal und Zeimann sind also fünf neue Themenseiten auf unserer Homepage entstanden. Dank unserer fleißigen ÜbersetzerInnen Ingrid Rockwell und Peter Ritz sind die Texte auch schon auf Englisch zu lesen.

Sybille Eberhardt, auf deren Buch zu den Geislinger Zwangsarbeiterinnen wir im letztjährigen Rundbrief hingewiesen haben, hat auch in diesem Jahr ein wichtiges Buch veröffentlicht: Unter dem Titel ‚Was ist dir widerfahren, Isaak‘ zeichnet sie die letzten Lebensjahre von Isaac Komras nach, der in Wilna/Litauen geboren wurde, von den Nazis als Zwangsarbeiter missbraucht wurde, überlebte, aber kurz nach der Befreiung starb. Sein Grab findet man auf dem Göppinger Friedhof.

Einen engen Bezug zu Göppingen hat auch Harry Leggs auf Englisch veröffentlichte Studienarbeit ‚The Holocaust as the Great Leveller?‘, denn sie zeichnet das Schicksal der Göppinger Familie Eisig nach, die vor der NS-Diktatur fliehen musste, da sie, die nicht dem Jüdischen Glauben angehörte, aufgrund ihrer Vorfahren den Nazis als ‚jüdisch‘ galt. Wir unterstützen Mr. Legg auch bei der Recherche zu seiner Folge-Arbeit.

Der Ausblick auf das Jahr 2021 ist wegen der derzeitigen Situation getrübt. Auf jeden Fall werden wir unserer scheinbar immerwährenden Aufgabe nachgehen, nämlich die Homepage zu pflegen und zu aktualisieren.

Im kommenden Jahr erwarten wir eine Veröffentlichung zu den Ermordeten aus der Göppinger Klinik Christophsbad. Es ist möglich, dass aufgrund neuer Erkenntnisse auch weitere Stolpersteine vorbereitet werden.

Wir danken allen ganz herzlich, die uns im Jahr 2020 geholfen haben, sei es durch fachliche Hilfe, sei es mit Spenden. Unser Schatzmeister Friedemann Messer dürfte mit dem Kontostand zufrieden sein.

Wir wünsche Ihnen/ Euch ein (vor allem) gesundes Jahr 2021.

Klaus Maier-Rubner im Namen aller Mitglieder der

Initiative Stolpersteine Göppingen e.V

Spendenkonto: Initiative Stolpersteine Göppingen e.V.

                         Bankhaus Gebrüder Martin

                         IBAN: DE26 6103 0000 0000 0510 44

                         BIC / SWIFT: MARBDE6G

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