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Fleischer, Arthur und Paula

Nördliche Ringstr. 33

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Samuel Fleischer und Söhne
Arthur (ganz rechts) mit seinem Vater Samuel (sitzend) und seinen Brüdern Bernhard und Julius

Ein „Herr in den besten Jahren“
umgeben von drei eleganten jungen Männern, seinen Söhnen. Das Foto ist etwa 1910 aufgenommen worden und Samuel Fleischer konnte mit Stolz auf sein Leben zurückblicken: Seine Firma, die Korsettfabrik 'Rosenthal, Fleischer & Co.', in dieser Form im Jahr 1887 gegründet, war ein erfolgreiches, expandierendes Unternehmen, dessen Produkte international prämiert wurden. Auch in Göppingen dürfte die Korsettfabrik ein 'Musterbetrieb' gewesen sein: Helle Fabrikräume in einem modernen, 1890 entstandenen Bauwerk, umgeben von Gärten, die von den Betriebsangehörigen genutzt werden konnten. Zum Stolz des Samuel Fleischer gehörte sicher auch der Vaterstolz. Die Söhne, die ihm seine Frau Emilie, geb. Rosenthal schenkte, hießen Bernhard, Julius und Arthur, die Tochter hieß Paula, war zur Zeit der Aufnahme schon mit Eugen Ries verheiratet und gehörte damit einer neuen Familie an. (Eugen Ries ist als Schöpfer des Markennamens der 'ERI'- Schuhcreme in Erinnerung geblieben).
Wie in Familienunternehmen üblich, sollten die Nachfolger im Unternehmen aus der Familie stammen. Samuel Fleischers ältester Sohn Bernhard hatte zu dieser Zeit freilich schon einen anderen Berufsweg eingeschlagen. Nach dem Jurastudium ließ er sich 1907 in Stuttgart als Rechtsanwalt nieder. Aber da sind ja noch die jüngeren Brüder Julius und Arthur. Tatsächlich werden beide nach Samuels Tod die Geschäftsleitung übernehmen – dem Vater zuliebe? Aus Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und deren Arbeitsplätzen? Von Julius, dem mittlerem Bruder weiß man, dass er lieber Medizin studiert hätte, später sollte Heilen seine Berufung werden. Und Arthur? Seine Tochter Hanna wird viele Jahre später 'Schriftsteller' in die Spalte 'Beruf' des Erinnerungsblatts von Yad Vashem eintragen.

Existenzsorgen
Als Samuel Fleischer 1920 stirbt, hat sich die politische, ökonomische und kulturelle Situation grundlegend geändert. Abgesehen vom wirtschaftlichen Zusammenbruch nach dem Ersten Weltkrieg ist das Unternehmen speziell vom Modewandel betroffen.
Korsetts sind in der jungen Mode verpönt, das Kernprodukt der Firma lässt sich immer weniger verkaufen. Die Geschäftsführung versucht sich dem Markt anzupassen, bietet ein Kollektion von Nachtwäsche an und spezialisiert sich auf orthopädische Korsetts, doch der Niedergang der Firma lässt sich damit nur verlangsamen. 1928 werden die Fabrikgebäude (heute das Technische Rathaus) sowie das Wohnhaus Nordring 33 an die Stadt Göppingen verkauft, die Produktion läuft allerdings im kleineren Umfang weiter und der Familie ist ein Wohnrecht im Wohnhaus vertraglich zugesichert worden, worüber sich der Nazi - Bürgermeister Pack 1935 aber hinwegsetzen wird. Samuel Fleischers Witwe Emilie, dann 77 Jahre alt und erblindet, ihre Tochter Paula Ries und deren Tochter Erika sind die Opfer dieses rücksichtslosen Rechtsbruchs und müssen das Haus verlassen.
Zunächst aber dürfte Arthur Fleischer und seine Familie mit der ursprünglichen Regelung zufrieden gewesen sein, denn erst vor einigen Jahren waren Paula und Arthur Fleischer mit ihren Kindern Erwin, Eva und Hanna in das repräsentative Haus gezogen. Von ungetrübten Familienglück darf man aber nicht ausgehen, denn 1926 war der Sohn Franz Bernhard 11-jährig an einer Mittelohrentzündung gestorben. Er war das erste Kind des Ehepaars, das 1913 in Straßburg geheiratet hatte, der Stadt, wo Paula, geborene Hammel aufgewachsen war.

Arthur und Paula Fleischer 1915

Eine engagierte Zionistin
Paula, übrigens eine Cousine von Arthur, war eine gebildete junge Frau und schon früh für den Zionismus begeistert, ein Engagement, das, wie ihre Kinder Erwin und Hanna erinnern, ihr Leben lang anhielt.Vor ihrer Ehe war sie zumindest ein Mal Gast beim Zionistischen Kongress in Basel. In Göppingen war sie damit innerhalb der 'alten' Göppinger jüdischen Familien eine Ausnahme. Die meisten aus ihren Kreisen verstanden sich als Deutsche jüdischen Glaubens und neigten zum politischen Liberalismus. Zionistische Überzeugungen fanden sich sonst eher in jüdischen Familien, die aus Osteuropa zugewandert waren oder bei Angehörigen der jüngeren Generation.
Arthur und Julius Fleischer waren gleich gestellte Gesellschafter der Firma. Wie viel Gemeinsamkeit gab es zwischen den Brüdern? Hanna Herschbaum, die älteste Tochter von Paula und Arthur Fleischer schreibt dazu: „Arthur und Julius Fleischer waren sich nicht ähnlich. Mein Vater leitete die Fabrik. Er interessierte sich für Geschichte und Literatur, nicht für Politik. Wir hatten in Göppingen ein offenes Haus und Besuche vom Ausland kamen geschäftlich zu uns. Der beste Freund meines Vaters war Karl Veit, der Besitzer einer Filztuchfabrik in Göppingen.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wegzug nach Paris
Bei der Aussage in Frau Herschbaums Erinnerung überrascht, dass sich ihr Vater nicht für Politik interessiert habe. Schon 1931 trifft die Familie nämlich eine Entscheidung, die auf besondere politische Hellsichtigkeit schließen lässt: Paula und Arthur Fleischer verlassen Deutschland und ziehen nach Paris. Zu diesem Schritt gab es freilich einen konkreten Anlass. Frau Herschbaum schreibt: „Mein Vater bekam schon 1931 einen Drohbrief, den ich gesehen habe, vom Sohn eines Fabrikangestellten, den Namen weiß ich nicht. Wörtlich schrieb er: 'Herr Fleischer, wenn die Nazis ans Ruder kommen, wird es Ihnen schlecht ergehen.' Der Brief war mit Hakenkreuzen eingerahmt. Meine Mutter hat ihn zerrissen (leider).“

Max und Hanna Herschbaum (geb. Fleischer)

Offiziell verlegt das Ehepaar dann im Mai 1932 seinen Wohnsitz nach Paris. Die Kinder Erwin und Eva bleiben zunächst bei der Großmutter in Göppingen und kommen später im Kinderheim in Großherrischwand im Schwarzwald unter, das vom anthroposophischen Ehepaar Ehmann geführt wurde, das sich auch in der Nazi-Zeit für Juden einsetzt. Dort habe er die schönste Zeit seines Lebens verbracht, erinnert sich Erwin Fleischer. Seine älteste Schwester Hanna besucht in Straßburg ein Mädchenpensionat. Erst im Mai 1933 verlassen auch Eva und Erwin das bedrohlich gewordene Deutschland.

hinten: Erwin und Eva Fleischer im Heim Großherrischwand

Arthur Fleischer als Kulturmensch
Es fiel der Familie in Frankreich nicht leicht, Fuß zu fassen, ohne den finanziellen Grundstock, der vom Verkauf der Göppinger Immobilien stammte, wäre das Leben kaum möglich gewesen. Jahrelang leben die Fleischers im Hotel, Arthur verdient als Vertreter von Bekleidungs- Artikel und mit Übersetzungen etwas dazu. Aber schon im Mai 1931 findet sich ein Beleg für Arthurs kulturelles Wirken in Frankreich. Die Kunsthistorikerin Dr. Dorothee Hoppe fand einen Brief, den Arthur am 6. Mai an den Frankfurter Künstler und Kunstsammler John Elsas richtete. Hintergrund war, dass Arthur Fleischer ihm behilflich sein wollte, eine Ausstellung in Paris zu organisieren. Aus Arthurs Hand stammt auch ein Text, der John Elsas Kunstschaffen zum Thema hat. Darin scheint sich auch eine (bisher nicht ausgelebte?) Begabung Arthurs auf: Die Schriftstellerei. Zusammen mit dem Franzosen Etienne Gril verfasst er auf französisch zwei Romane, weitere Bücher waren geplant. Arthurs Autorenschaft wurde auch in Göppingen registriert. Das 'Israelitischen Wochenblatt' vom 16.1.1936 berichtet:
"Vor kurzem erschien in Paris der Roman 'La Solitude à Paris' von Etienne Gril und Arthur Fleischer (Editions Pierre Gara), der zum Teil in Stuttgart, zum Teil in Paris spielt und in unterhaltsamer Weise das Schicksal einer jungen Stuttgarterin schildert, die nach mancherlei Mißgeschick sich endlich in Paris einlebt. Arthur Fleischer ist ein gebürtiger Göppinger und dürfte bei seinen vielen Freunden noch in bester Erinnerung sein."
Etiennes Sohn Jacques wird später der Ehemann von Arthurs Tochter Eva. Zum Familieneinkommen beitragen kann auch die älteste Tochter Hanna, die als Kinderbetreuerin und später als Verkäuferin arbeitet – jeweils abhängig von Arbeitserlaubnissen und einige Jahre später wird der junge Erwin sogar zeitweilig zum Hauptverdiener.

Ein 'Feindlicher Ausländer'?
1940, mit Beginn des Kriegs gegen Frankreich, verschlechtert sich die Lage für die Familie. Als Deutsche gelten sie pauschal als „feindliche Ausländer“ und so werden Paula, Hanna und Eva für 3 Monate im Lager von Gurs interniert, nur Erwin entgeht als erst 17jähriger diesem Schicksal und kann später sogar eine Berufsausbildung absolvieren. Auch Arthur Fleischer wird zwei Mal interniert, später aber in eine 'Compagnie des Travailleurs Etranger' aufgenommen. In dieser staatlichen Organisation dienten Ausländer, die zu alt waren, um in die französische Armee eintreten zu können, wobei zu Arthurs Abteilung viele Juden aus Deutschland gehörten. Stationiert war diese Einheit in der Nähe der südfranzösischen Stadt Montauban, südwestlich von Toulouse, wohin auch die anderen Familienmitglieder nach dem Ende ihrer Internierung übersiedeln.
Arthur Fleischer findet dann eine neue Aufgabe als Geschichtslehrer in einem Heim für jüdische Kinder. Unter der Vichy – Regierung musste die Familie ihre Ausweise mit einem roten 'Juden' - Stempel versehen lassen. Mit den Jahren wächst der Druck der Nazis auf die Vichy-Regierung, und diese ist ihrerseits auch zunehmend bereit, deutsche Flüchtlinge auszuliefern. Hanna und Eva und Erwin bemühten sich deshalb (mit Erfolg) um falsche Ausweise. In dieser bedrohlichen Zeit, im Jahr 1942 erkrankt Paula Fleischer und muss eine Lungenheilanstalt aufsuchen.

Der Verrat, die Verzweiflung
Im August 1943 sucht Arthur Fleischer, der inzwischen in einem Nachbarort wohnt,wegen einer Aufenthaltssache die Polizeistation von Montauban auf. Erwin Fleischer erinnert sich, dass sein Vater den Polizeichef persönlich kannte und ihm und seiner schützenden Hand vertrauen konnte. Zu Arthurs Überraschung ist sein Bekannter aber abgelöst worden und der neue Amtsinhaber erweist sich als ein williger Vollstrecker der Nazi - Deutschen. Arthur Fleischer wird verhaftet und in das Lager Drancy nördlich von Paris gebracht. Etienne Gril versucht seinen Freund zu retten, als Vertreter des Schriftstellerverbands bemüht er sich bei Regierungsstellen um einen gesicherten Aufenthaltstatus und entsprechende Papiere – vergebens! Arthur Fleischer wird von Drancy aus ins besetzte Polen deportiert und wahrscheinlich in Majdanek ermordet.
Auch Paula Fleischer muss eine Auslieferung an die Nazis fürchten. Zu ihrer Sicherheit wird sie unter einem anderen Namen in ein zweites Sanatorium verlegt, wo sie das Ende der Nazi - Zeit noch erlebt. Frau Herschbaum schreibt zum Schicksal ihrer Mutter: „Sie starb an Folge von TBC (Tuberkulose) und Depression über das Schicksal ihres Mannes am 7.7.1945 in einem Krankenhaus in der Nähe von Lyon.“

Widerstand und Flucht
Die Kinder der Familie überleben mit Glück und Mut die bedrohliche Zeit. Erwin, der sogar noch eine Ausbildung zum Techniker beenden konnte, schloss sich im Mai 1944 unter dem Eindruck des Massakers von Oradur der Widerstandsgruppe ' Armee Juive' an. Mit Kampfgenossen flieht er nach Spanien auf ein portugiesisches Schiff, das von jüdischen Flüchtlingsorganisationen organisiert worden ist. 500 jüdische Flüchtlinge gehen an Bord, darunter 80 Kinder, für deren Betreuung Erwin Fleischer verantwortlich war. Ziel ist Palästina, wo Erwin Fleischer im November 1944 eintrifft. Bei der Begrüßung in Haifa werden er und seine Reisegefährten von Golda Meir und David Ben Gurion begrüßt. Erwins Schwester Eva war in der Résistance aktiv, ihr Tarnname war Jacqueline Brusset. Wie erwähnt heiratete sie Jacques Gril, den Sohn des Schriftsteller – Kollegen ihres Vaters. Eva Gril, die vor einigen Jahren gestorben ist, blieb in Frankreich, wo ihre drei Söhne heute leben. Hanna, die ältere Schwester, lernte in Montauban Max Herschbaum kennen, einen Juden, der aus der Ukraine stammte. Das Ehepaar wohnte bis zu Max Herschbaums Tod in Frankreich, als Witwe zog Hanna nach Israel, wo auch ihr Bruder Erwin (Ehut) und seine drei Töchtern leben.

Zurück zum Foto von 1910. Alle drei Fleischer – Brüder sind von den Nazis ermordet worden, ebenso Julius Ehefrau Irma, für beide liegen Stolpersteine in Göppingen. Zu den Opfern der deutschen Nazis gehören auch Arthurs Cousinen Rosa Fleischer, Emilie Goldstein und Pauline Guggenheim - siehe Stolperstein - Biografien.

Die Schwester von Paula Fleischer, Martha Albert, geb. Hammel, war 1935 mit ihrer 1925 geborenen Tochter Friederike Jeannette und ihrem Mann Julius von Saarbrücken in die Nähe von Paris gezogen. Im Juli 1942 wird die Familie zunächst in der Pariser Radsportarena 'Velodrom d`hiver' interniert. Vom Abschiebelager Drancy bei Paris aus wird die Familie nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

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Erwin Fleischer und seine Tochter Jael zu Gast in Göppingen anläßlich der Stolperstein – Verlegung

Zur Erinnerung an Arthur und Paula Fleischer hat Gunter Demnig am 1. Mai 2010 in Anwesenheit des Sohns Erwin (Ehut) Fleischer, seiner Tochter Jael Noimann sowie weiterer Familienangehöriger zwei Stolpersteine vor dem Haus Nordring 33 gesetzt.

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 Verlegung der Stolpersteine in der Nördlichen Ringstr. 33 

(28.04.2013 kmr)

 

 

 

 

Arthur and Paula Fleischer

 

Nördliche Ringstraße 33

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These Stumbling Stones lay at the House "Nördliche Ringstr. 33"

 

Samuel Fleischer und Söhne
Arthur (right) with his father Samuel (sitting) and his brothers Bernhard and Julius

A man in the “prime of his life“ surrounded by three elegant young men, his sons. This photograph was taken around 1910 and Samuel Fleischer could look back at his life with pride: His company, the corset factory Rosenthal, Fleischer & Co. founded in 1887, was a successful, growing company, whose products were internationally acclaimed. The corset factory is certain to have been a “model company” in Göppingen, too: well-lit factory rooms in a modern building from the year 1890 surrounded by gardens which could be used by the employees.

Samuel Fleischer was also a proud father. Besides his sons Bernhard, Julius and Arthur, he was the father of one daughter, Paula, who was already married to Eugen Ries at the time the picture was taken and so was part of her new family. (Eugen Ries is remembered as the creator of the shoe cream brand named “ERI”.) The usual practice in family-run companies was that the successors should be family members. Samuel Fleischer’s oldest son Bernhard had, however, already chosen a different career. After finishing his law degree, he began practicing as an attorney in Stuttgart in 1907. But the younger brothers Julius and Arthur are still there. And as a matter of fact, they both take over the company after Samuel’s death – just for their father’s sake? Or was it a sense of responsibility to the employees and their well-being? We know that Julius, the middle brother, would have rather studied medicine, and later healing did become his calling. And Arthur? Many years later his daughter Hanna writes “author” when filling out the remembrance form at Yad Vashem.

Livelihood Worries

When Samuel Fleischer died in 1920, the political, economical and cultural situation had changed fundamentally. Besides being affected by the economic recession after World War I, it is the change in fashion which affects the company. Corsets are now frowned upon; the company’s core product declines in sales. The management tries to adapt to the market, offers a collection of nightgowns and specializes in orthopedic corsets. However, this only slows down the company’s decline. In 1928 the factory buildings as well as the house at Nordring 33 are sold to the city of Göppingen. Production continues on a smaller scale and the family has secured the legal right to continue living in their apartment in the house. This right is taken away by Nazi mayor Pack in 1935 when Samuel Fleischer’s widow, Emilie, is 77 years old and blind. Emilie, her daughter Paula Ries and her granddaughter Erika are victims of this ruthless breach of contract and they are forced to leave the house.

It appears that Arthur Fleischer and his family at first might have been satisfied with the original arrangement, because Paula and Arthur had just moved into the representative house with their children Erwin, Eva and Hanna several years ago. It cannot be assumed, however, that their family life was untroubled. In 1926 the couple’s first child Franz Bernhard died of an ear infection at the age of 11.

A Dedicated Zionist

They had gotten married in Strasburg in 1913, the city where Paula (née Hammel) grew up. Paula, Arthur’s cousin, was an educated young woman and embraced Zionism early on – a dedication that, according to her children Erwin and Hanna, lasted her entire life. Before her marriage she attended the Zionist Congress in Basel at least once. This made her an exception in Göppingen among the “old” Jewish families. Most of the people she socialized with considered themselves Germans of the Jewish faith and leaned toward political liberalism. Supporters of Zionism were more likely to be found among the Jewish immigrants from eastern Europe or in the younger generation.

Arthur and Julius Fleischer were equal partners in the company. How much did the brothers have in common? Hanna Herschbaum, Paula and Arthur Fleischer’s oldest daughter, comments: “Arthur and Julius Fleischer were very different. My father ran the factory. He was interested in history and literature, but not in politics. In Göppingen our house was always open and foreign business partner visited us. My father’s best friend was Karl Veit, the owner of the woven felt factory in Göppingen.

Move to Paris

Another comment in Ms. Herschbaum’s memoirs is surprising, namely that her father was not interested in politics. As early as 1931, the family made a decision which suggests a keen political intuition: Paula and Arthur Fleischer leave Germany and move to Paris. There was, of course, a concrete incident that prompted this step. Ms. Herschbaum writes: “My father received a threatening letter in 1931, which I saw, from the son of one of the factory workers, whose name I don’t remember. He wrote verbatim: Herr Fleischer, when the Nazis come to power, you are going to suffer. The letter was bordered with swastikas. My mother ripped it up (unfortunately).” The couple officially moves its place of residence to Paris in May 1932.

Arthur and Paula Fleischer 1915
Herschbaum, Hanna and Max

The children Erwin and Eva initially stay in Göppingen with their grandmother and later find refuge in a children’s home in Grossherrischwand in the Black Forest that was managed by an anthroposophic couple, the Ehmanns, who stood up for the Jews even during the Nazi time. Erwin Fleischer remembers that he spent the best time of his life there. Hanna attended a girls’ boarding school in Strasbourg. It is not until May 1933 that Eva and Erwin leave Germany, where their situation has become dangerous.

behind: Erwin and Eva Fleischer in the Sanatorium Großherrischwand

Arthur Fleischer as a Man of Culture

It wasn’t easy for the family to establish themselves in France. Without the financial base from the sale of the property in Germany, they hardly would have been able to survive. For years the Fleischers live in a hotel. Arthur earns a little as a clothing salesman and as a translator. However, already in May 1931 there is evidence of Arthur's cultural involvement in France. Art historian Dr. Dorothee Hoppe found a letter dated May 6 written by Arthur to John Elsas, a Frankfurt artist and art collector. In it, Arthur Fleischer offered his assistance in organizing an art exhibit in Paris. Arthur also wrote a document on the subject of John Elsas' artwork which already shows his talent as a writer (not previously displayed?). Together with the Frenchman Etienne Gril he authors two novels in French, more books were planned. Arthur's writing was also noted in Goeppingen. On January 16, 1936, the 'Israelite Weekly Paper' reports:

"The novel 'La solitude à Paris' was recently published in Paris. It was written by Etienne Gril and Arthur Fleischer (Editions Pierre Gara) and takes place in Stuttgart as well as in Paris. In an entertaining writing style, it describes the fate of a young woman from Stuttgart who finally gets used to living in Paris after some initial mishaps. Arthur Fleischer was born in Göppingen, and many of his friends living there may still have very good memories of him." Etienne’s son Jacques later marries Arthur’s daughter Eva. The oldest daughter, Hanna, also contributes to the family’s income by working in childcare and later as a saleswoman. Both jobs depend on receiving work permits. A few years later even young Erwin is the main wage earner for a time.

An 'Enemy Foreigner'

In 1940 when the war with France began, the family’s situation worsened. As Germans they were automatically considered to be “enemy foreigners” and so Paula, Hanna and Eva are kept in a camp in Gurs for three months. Erwin at only 17 is the only one to evade this fate and can later even complete vocational training. Arthur Fleischer is also detained twice but later accepted into a “Compagnie des Travailleurs Etranger”. Foreigners who were too old to serve in the French army could join this state-run organization. There were many German Jews in Arthur’s division, which was stationed near Montauban in southern France, southwest of Toulouse. The other family members also moved there after their internment. Arthur Fleischer finds a new job as a history teacher in a home for Jewish children.

Under the Vichy government, the family has to have the word “Jew” stamped in red in their identity documents. Over the years the Nazis put more and more pressure on the French government and the French are more and more willing to extradite German refugees. For this reason Hanna, Eva and Erwin try (successfully) to get fake identity documents. During this threatening time, in the year 1942, Paula Fleischer gets sick and has to be admitted to a sanatorium for a lung condition.

Betrayal and Desperation

In August 1943 Arthur Fleischer is living in a neighboring town and goes to the police station in Montauban to make a inquiry about residency. Erwin Fleischer remembers that his father knew the Chief of Police personally and could trust him and his protective hand. Arthur was surprised to find out that his acquaintance had been replaced. His successor as the Chief of Police proved to be a willing executor for the Nazis. Arthur Fleischer is arrested and brought to the camp Drancy north of Paris. Etienne Gril tries to save his friend. As a representative of the writers’ association he tries to get a secure resident permit and the appropriate papers from the authorities – in vain! Arthur Fleischer is deported from Drancy to occupied Poland and is probably murdered in Majdanek.

Paula Fleischer must also fear being extradited to the Nazis. For her own safety, she is moved to a second sanatorium under a false name. Here she lives to witness the end of the Nazi era. Ms. Herschbaum writes about the fate of her mother: “She died on July 7, 1945 in a hospital near Lyon as a result of TBC (tuberculosis) and because she was depressed about her husband’s fate.”

Resistance and Escape

Thanks to luck and courage the children survive this threatening time. Erwin, who even completed training as a technician, was moved by the massacre in Oradur to join the resistance group “Armee Juive” in May 1944. With his comrades-in-arms he flees to Spain aboard a Portuguese ship that was arranged for by a Jewish refugee organisation. 500 Jewish refugees board the ship, including 80 children for whom Erwin is responsible. Their destination is Palestine where Erwin Fleischer arrives in November 1944. In Haifa he and his fellow passengers are greeted by Golda Meir and David Ben Gurion. Erwin’s sister Eva was also active in the resistance. Her codename was Jacqueline Brusset. As mentioned earlier, she married Jacques Gril, son of the author friend of her father. Eva Gril, who died several years ago, remained in France, where her three sons still live today. In Montauban Hanna, the older sister, met Max Herschbaum, a Ukrainian Jew. The couple lived in France until Max Herschbaum’s death. As a widow, Hanna moved to Israel, where her brother and his three daughters live.

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Erwin Fleischer and his daughter Jael as honored guests in Göppingen at the Stumbling Stone laying

Returning to the photo from 1910: All three Fleischer brothers were murdered by the Nazis, as well as Julius’wife Irma. There are Stumbling Stones for Irma and Julius in Göppingen, too. Arthur's cousins Rosa Fleischer, Emilie Goldstein and Pauline Guggenheim also become victims of the German Nazis (see Stumbling Stone biographies).

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Paula Fleischer’s sister Martha Albert, her husband and their 18-year-old daughter were initially interned in the Parisian cycling arena “Velodrom d’hiver” and from there deported to Auschwitz and murdered there.

In memory of Arthur and Paula Fleischer, Gunter Demnig (initiator of the Stumbling Stone project) laid two Stumbling Stones in front of the house at Nordring 33 on May 1, 2010. Their son Erwin Fleischer and his daughter Jael Noimann and other family members were present.

The laying of the Stumbling Stones at the house «Nördliche Ringstr. 33»

(26.09.2013, kmr/ir)

 

 

 

 

Arthur and Paula Fleischer

 

Nördliche Ringstraße 33

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Un homme à la fleur de l’âge

 

entouré de trois jeunes hommes élégants : ses fils. La photo a été prise vers 1910 et Samuel Fleischer pouvait regarder avec fierté ce à quoi il était parvenu : son entreprise - l’usine de corsets Rosenthal, Fleischer & co. fondée sous cette appellation en 1887 – était une entreprise en plein essor et au succès reconnu et couronné par des prix internationaux. À Göppingen aussi, l’entreprise se devait d’être une entreprise modèle : de grandes salles de production claires et modernes, construites en 1890, entourées de jardins qui pouvaient également être utilisés par les familles des employés. Il est évident qu’une des fiertés de Samuel Fleischer était aussi celle d’être père. Les fils auxquels sa femme Émilie, née Rosenthal, avait donné naissance s’appelaient Bernard, Julius et Arthur. Leur fille Paula était déjà mariée à Eugen Ries lors de la prise de la photo et appartenait ainsi à une nouvelle famille. (Eugen Ries est resté dans les mémoires comme le créateur de la marque « ERI » - le cirage).

 

 

Comme il est habituel dans les entreprises familiales, il se doit que les successeurs soient issus de la famille. Bernhard, le fils aîné de Samuel Fleischer avait à cette époque déjà fait un autre choix professionnel. Après ses études de droit, il s’était installé à Stuttgart comme avocat. Mais il y avait encore les jeunes frères Julius et Arthur. Ils reprendront en effet la direction de l’entreprise à la mort de Samuel – par amour pour leur père ? Par responsabilité vis-à-vis du personnel et pour la sécurité de leurs emplois ? On sait que Julius, le second fils, aurait préféré faire des études de médecine et soigner deviendra par la suite sa vocation. Et Arthur ? Sa fille Hanna inscrira « écrivain » sous « profession » dans la brochure du souvenir de Yad Vashem.

 

Angoisse existentielle

À la mort de Samuel Fleischer en 1920, la situation politique, économique et culturelle a fondamentalement changé. Mis à part l’effondrement économique après la première Guerre Mondiale, l’entreprise est tout spécialement touchée par le changement de la mode.

Les corsets sont bannis de la nouvelle mode et le produit-phare de l’entreprise se vend de moins en moins bien. La direction essaie de s’adapter au marché, propose une collection de vêtements de nuit et se spécialise dans les corsets orthopédiques. Cependant cela ne fait que ralentir le déclin de l’entreprise. Les bâtiments de l’entreprise (aujourd’hui la mairie technique) tout comme la maison d’habitation située au Nordring 33 sont vendus à la ville de Göppingen. La production continuera cependant de manière limitée et on accorde à la famille, par contrat, le droit de rester habiter la maison ce dont le maire nazi Pack ne tiendra pas compte en 1935.

Emilie, la veuve de Samuel Fleischer a à cette époque 77 ans et devient aveugle. Sa fille Paula Ries vit aussi dans la maison avec sa propre fille, Erika. Elles sont alors victimes de cette infraction sans-gêne et doivent quitter la maison.

Mais dans un premier temps Arthur Fleischer et sa famille sont satisfait de la solution obtenue avec la municipalité de Göppingen. Depuis quelques années, Paula et Arthur Fleischer avaient emménagé dans la maison représentative avec leurs enfants Erwin, Eva et Hanna. Cependant, on ne peut pas parler d’une vie de famille heureuse et sans nuage car leur fils Franz-Bernhard meurt d’une otite à onze ans. Il était le fils aîné du couple qui s’était marié en 1913 à Strasbourg, ville où Paula, née Hammel, avait grandi.

 

Une sioniste engagée

Paula qui était par ailleurs une cousine d’Arthur, était une jeune femme cultivée qui s’est très vite intéressée au sionisme, un engagement qui, comme s’en souviennent ses enfants, durera toute sa vie. Avant son mariage, elle participera au moins une fois au congrès sioniste de Bâle. Elle sera ainsi une exception parmi les « anciennes » familles juives de Göppingen. La plupart se sentaient Allemands de confession juive et tendaient au libéralisme politique. Les convictions sionistes se retrouvaient plus parmi les familles juives immigrées d’Europe de l’est ou parmi les membres de la jeune génération.

Arthur et Julius étaient deux associés à parts égales dans l’entreprise. Quels étaient les points communs entre les deux frères ? Hanna Herschbaum, la fille aînée de Paula et Arthur Fleischer, écrit à ce sujet : « Arthur et Julius Fleischer ne se ressemblaient pas. Mon père dirigeait l’entreprise. Il s’intéressait à l’histoire et à la littérature, pas à la politique. Nous avions à Göppingen une maison ouverte et les clients de l’étranger étaient reçus à la maison. Le meilleur ami de mon père était Karl Veit, le propriétaire de l’entreprise de tissu de feutre de Göppingen.

Déménagement à Paris

Lorsque Madame Herschbaum parle de ses souvenirs, on est surpris d’entendre que son père ne s’intéressait pas à la politique. Dès 1931 la famille prend une décision qui démontre une clairvoyance politique particulière : Paula et Arthur Fleischer quittent l’Allemagne et déménagent pour Paris. Mais il y avait toutefois une raison concrète à cela. Madame Herschbaum écrit : « Mon père avait déjà reçu une lettre de menace en 1931, lettre que j’ai vue, envoyée par le fils d’un employé de l’entreprise dont je ne me souviens plus du nom. Il y avait écrit mot à mot : « Monsieur Fleischer, quand les Nazis prendront le gouvernail, ça ira mal pour vous ». La lettre était entourée de croix gammées. Ma mère l’a déchirée (malheureusement).

Arthur et Paula Fleischer 1915

Le couple change officiellement de domicile pour Paris en mai 1932. Les enfants Erwin et Eva restent dans un premier temps chez leur grand-mère à Göppingen. Ils rejoindront plus tard le centre d’accueil pour enfants de Großherrischwand, en Forêt Noire, dirigé par le couple anthroposophe Ehmann qui s’est investi pour les juifs pendant le Nazisme. C’est là qu´’il a passé les meilleures années de sa vie, se souvient Erwin Fleischer. Sa sœur ainée sera dans un pensionnat de filles à Strasbourg. C’est seulement en mai 1933 qu’Eva et Erwin quittent l’Allemagne devenue menaçante.

En arrière-plan: Erwin et Eva Fleischer, au centre d’accueil pour enfants de Großherrischwand

 

Arthur Fleischer, un homme cultivé

Ce n’était pas facile pour la famille de prendre pied en France. Sans la base financière provenant de la vente de l’immobilier de Göppingen, la vie y aurait été à peine possible. Les Fleischer vivent pendant des années à l’hôtel. Arthur gagne un peu d’argent en étant représentant en articles de confection et en faisant des traductions. Mais dès 1931, on retrouve des traces de l’activité culturelle d’Arthur en France. L’historienne d’art Dr. Dorothée Hoppe a retrouvé une lettre d’Arthur datée du 6 mai, adressée à l’artiste et collectionneur d’art John Elsas de Francfort. Arthur Fleischer prend contact avec lui dans le but de préparer une exposition à Paris. On retrouve aussi un texte de la main d’Arthur dont le thème est la création artistique de John Elsas. On y découvre un talent (jusqu’ici inconnu) d’Arthur : l’écriture. Il écrit en français deux livres avec le Français Etienne Gril et d’autres livres étaient en préparation. Le fait qu’Arthur soit devenu écrivain était aussi enregistré à Göppingen. L’hebdomadaire « Isrealitisches Wochenblatt » (Nouvelles israéliennes) daté du 16.01.1936 indique : « Le roman « la solitude à Paris » d’Étienne Gril et Arthur Fleischer, paru depuis peu (éditions Pierre Gara), se déroulant en partie à Stuttgart et en partie à Paris, décrit de façon distrayante le sort d’une jeune femme de Stuttgart qui, après quelques aventures, s’adapte enfin à la vie parisienne. Arthur Fleischer, né à Göppingen, devrait être resté à la mémoire de beaucoup de ses amis. Le fils d’Étienne Gril, Jacques, deviendra plus tars le mari d’Eva, la fille d’Arthur. Pour contribuer aux revenus de la famille, Hanna, l’aînée, peut travailler comme garde d’enfants et plus tard comme vendeuse – à chaque fois à la merci des autorisations de travail à obtenir. Quelques années plus tard, ce sera le jeune Erwin qui deviendra momentanément celui qui gagne le plus.

Un « étranger ennemi » ?

En 1940, avec le début de la guerre, la situation de la famille se dégrade. Ils sont considérés, en tant qu’Allemands, comme des « étrangers ennemis » et c’est ainsi que Paula, Hanna et Eva seront internées pendant 3 mois au camp de Gurs. Il n’y aura qu’Erwin qui pourra éviter ce sort car il n’a que 17 ans et il pourra même plus tard suivre une formation professionnelle. Arthur Fleischer sera lui aussi arrêté et interné deux fois dans un camp, mais il rejoindra ensuite une « Compagnie des Travailleurs Étrangers ». Les étrangers qui étaient trop âgés pour rentrer dans l’armée française, servaient dans ces organisations. Il y avait beaucoup de juifs venant d’Allemagne dans la compagnie d’Arthur, compagnie qui se trouvait dans les environs de Montauban, au sud-ouest de Toulouse. Les autres membres de la famille l’y rejoignent à la fin de leur internement. Arthur Fleischer trouve une nouvelle occupation en tant que professeur d’histoire dans un centre pour enfants juifs. Sous le gouvernement de Vichy, la famille doit faire mentionner dans les passeports « juif » d’un tampon rouge. La pression des Nazis sur le régime de Vichy grandit avec le temps et celui-ci sera de plus en plus disposé à livrer des immigrés allemands. C’est la raison pour laquelle Hanna et Eva essaient de se procurer (avec succès) de faux papiers. C’est au cours de cette période menaçante que Paula Fleischer tombe malade et doit aller consulter dans un sanatorium.

La trahison, le désespoir

En août 1943, Arthur Fleischer, habitant entre temps dans les environs, se rend au commissariat de police de Montauban pour une affaire de droit de séjour. Erwin Fleischer se souvient que son père y connaissait personnellement le chef de la police et qu’il avait confiance en sa main protectrice. Mais à la grande stupéfaction d’Arthur, celui-ci avait été remplacé et son successeur exécutait volontiers les ordres des Nazis allemands. Arthur Fleischer sera emprisonné et amené au camp de Drancy, au nord de Paris. Etienne Gril essaie de sauver son ami en tant que représentant du groupement des écrivains et il s’efforce de lui procurer un statut de séjour sûr ainsi que les papiers nécessaires auprès du gouvernement – en vain ! Arthur Fleischer sera déporté de Drancy vers la Pologne occupée et vraisemblablement assassiné à Majdanek. Paula Fleischer doit aussi craindre d’être livrée aux Allemands. Pour sa sécurité, elle sera transférée dans un second sanatorium sous un autre nom. Elle pourra y rester jusqu’à la fin de l’époque nazie. Madame Herschbaum écrit au sujet du sort tragique de sa mère : « C’est dans un hôpital des environs de Lyon qu’elle décède des suites de la tuberculose et de dépressions après le triste sort de son mari, le 7 juillet 1945 ».

Résistance et fuite

Les enfants de la famille survivent par chance et avec courage à cette époque menaçante. Erwin qui pouvait même terminer sa formation de technicien, s’est joint au groupe de résistance « Armée juive » en mai 1944, étant très impressionné par le massacre d’Oradour. Il s’enfuit en Espagne avec ses compagnons de combat sur un navire portugais qui est affrété par l’organisation des fugitifs juifs. Il y a 500 réfugiés à bord, parmi eux 80 enfants dont Erwin Fleischer est responsable. Ils ont pour but la Palestine où Erwin Fleischer débarque en novembre 1944. À leur arrivée à Haïfa, lui et ses compagnons de voyage sont accueillis par Golda Meir et David Ben Gurion.

Eva, la sœur d’Erwin, était membre actif de la Résistance et son nom d’emprunt était Jacqueline Brusset. Comme déjà mentionné, elle a épousé Jacques Gril, le fils de l’écrivain collègue de son père. Eva Gril qui est morte il y a quelques années, est restée vivre en France où ses trois fils habitent toujours.

Hanna, la sœur aînée, a fait à Montauban la connaissance de Max Herschbaum, un juif d’origine ukrainienne. Le couple a vécu en France jusqu’à la mort de Max. Veuve, Hanna est partie pour Israël où son frère Erwin (Ehut) vivait avec ses trois filles.

Max et Hanna Herschbaum (née Fleischer)

Revenons à la photo prise en 1910. Les trois frères Fleischer sont morts assassinés par les Nazis, tout comme la femme de Julius, Irma. On trouve pour tous les deux des « pavés-mémoire » à Göppingen. Parmi les victimes des Nazis, il y a aussi la cousine d’Arthur, Rosa Fleischer, Emilie Goldstein et Pauline Guggenheim (voir les « pavés-souvenirs » et leurs biographies)

Erwin Fleischer et sa fille Jael, hôtes à l’occasion de la pose des « pavés-souvenirs » à Göppingen

La sœur de Paula Fleischer, Martha Albert, née Hammel avait quitté Sarrebruck avec sa fille Friederike Jeannette, née en 1925, et son mari Julius pour rejoindre Paris en 1935. En juillet 1942 la famille sera tout d’abord internée au Vélodrome d’hiver à Paris, puis transférée au camp de Drancy, dans les environs de Paris. De là, la famille sera déportée vers Auschwitz et assassinée.

Erela Tamri, lors de la pose des « pavés-souvenirs »

Gunter Demnig a posé le 1er mai 2010 un pavé en mémoire d’Arthur et Paula Fleischer devant la maison du Nordring 33, en présence de leur fils Erwin (Ehut) Fleischer, de sa fille Jael Noimann ainsi que d’autres membres de la famille.

Ces « pavés-mémoire » sont posés devant la maison au « Nördliche Ringstr. 33 »

(28.04.2013 kmr/mfs)

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